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lunedì 14 novembre 2011

Un "pensatore pericoloso" ma di grande interesse. Una recensione a Die Sprache des Imperiums

Domenico Losurdo
Die Sprache des Imperiums. Ein historisch-philosophischer Leitfaden. Aus dem Italienischen von Erdmute Brielmayer
Köln: PapyRossa Verlag 2011 (Neue Kleine Bibliothek 167); 391 S.; 19,90 €; ISBN 978-3-89438-469-2


Marius Hildebrand (HIL)
M. A., Politikwissenschaftler, Doktorand, Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Universität Hamburg
su pw-portal.de, Portal fuer Politikwissenschaft

Wie jeder Krieg wird auch der von der US-Regierung unter George W. Bush ausgerufene globale Krieg gegen den Terror von einer spezifischen Ideologie legitimiert. Ausgehend von dieser simplen Feststellung hinterfragt der italienische Philosoph Losurdo die Scheingewissheiten der binären Kriegsrhetorik der Neokonservativen, die zu Bestandteilen des Common Sense geworden sind und eine politische Kritik der Außenpolitiken der USA und Israels blockieren. In acht einzelnen Kapiteln dekonstruiert Losurdo die Schlüsselkonzepte der Kriegsideologie. Im Mittelpunkt stehen die Begriffe Terrorismus, Fundamentalismus, Antiamerikanismus, Antisemitismus, Antizionismus, Philoislamismus und der Hass gegen den Westen. Losurdo fragt nach den Narrationen, die die Konzepte gemeinsam artikulieren, um ihre Widersprüche herauszuarbeiten und sie einer vehementen Kritik zu unterziehen. Er wirft unbequeme Fragen auf und stellt provokante Vergleiche an. So schreckt er beispielsweise nicht vor einer versuchsweisen Gleichsetzung der Anschläge vom 11. September 2001 mit dem Einsatz von Agent Orange im Vietnamkrieg, dem Abwurf von Atombomben auf Nagasaki und Hiroshima und der Bombardierung Dresdens zurück. Seit dem Ende des Ost-West-Konflikts habe sich die USA, so die zentrale These Losurdos, zu einem „universalen Richter“ erhoben, der sich selbst jenseits des Gesetzes positioniert, „die Regeln des Diskurses [diktiert] und [...] unanfechtbar die Normen, die moralischen Anklagepunkte, die Sünden [sanktioniert], vor denen man sich hüten muss, unter Anklage gestellt zu werden, des Terrorismus, Fundamentalismus, Antiamerikanismus, Antisemitismus (und Antizionismus), des Philoislamismus und des Hasses gegen den Westen für schuldig befunden zu werden“ (357). Trotz oder gerade wegen seiner argumentativen Kühnheit lohnt es sich nicht nur für Amerikakritiker, seinem gefährlichen Denken ein Stück zu folgen. Er skizziert nicht nur einen Leitfaden für eine dezidiert linke Amerika- und Israelkritik, die gerade nicht auf hohlen kulturrassistischen Essentialismen gründet, sondern liefert auch gute Argumente, um dem Manichäismus neokonservativer Argumentationsmuster in den USA und in Europa entschieden entgegenzutreten.

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